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ausfluege:9d-pferd

9D: Svolvær-Stamsund - Lofoten per Pferd

Svolvaer Svolväer Svolvär Schwierigkeitsgrad = 3 (Gewicht pro Passagier max. 110 kg)

Zeitraum

ganzjährig, Dauer 3 ½ Stunden

Preis

131,- € (2017/2018); 186,- € (2018/19), Code: H(R)-SVJ9D

Beschreibung

Die Teilnehmer werden per Bus zur Hov Horse Farm auf der Insel Gimsøy gebracht. Dort reiten sie auf Islandpferden einen alten Wikingerweg entlang, an dem auch Altertumsdenkmale aus der frühen Eisenzeit zu finden sind – Dauer ca. 2 Stunden. Abschließend werden die Teilnehmer per Bus nach Stamsund gebracht.

Beschreibung von Duis-svenni

Um 18.45 Uhr legten wir in Svolvær an und für mich ging es dann von Bord zu einem Kleinbus, der mich, ein junges Mädchen und eine dreiköpfige Familie von Bord zu dem Stall bringen sollte. Im Bus wurde bereits schnell klar, dass der Ausflug für Reitanfänger ausgelegt ist. Wir bekamen ein paar Videoabspielgeräte inkl. Kopfhörer, auf denen in einem 10 Minuten-Video gezeigt wurde, wie so ein Pferd „funktioniert“. Für mich als Reiter eher witzig, für potentielle Anfänger aber sicherlich hilfreich.

45 Minuten lang wurden dann vom Hafen aus von einem sehr stillen Holländer quer über die Insel gefahren zu dem kleinen Ort Hov. Dort ging es für mich und meine Mitausflügler auf einen kleinen Hof, wo schon eine ganze Herde Islandponys gesattelt und getrenst auf uns wartete. Nach dem ersten Blick war ich sehr erleichtert, die Ponys sahen alle sehr gut aus. Wohl genährt, sauber, freundlich, klare Augen, keine kaputte Hufe - also das Bauchschmerzthema schon mal abgestellt. Später habe ich auch erfahren, dass die Ponys eigentlich das ganze Jahr auf der Wiese sind. Die Boxen sind nur zum Putzen, satteln und zum Füttern nach dem Reitausflug. Außerdem ist die Pony-Herde so groß, dass nicht jedes Pferd jeden Tag unterwegs ist. Also kein allzu hartes Pony-Leben. (Im Vergleich zu vielen Ferien-Reitschulen in Deutschland, wo die Pferde oft viele Stunden am Tag hintereinander her laufen müssen ohne Wiese etc. der purer Himmel.)

Leider gab es nun ein kleines Problem. Die Buchung war falsch gelaufen und es gab ein Pferd zu wenig. Da der Zeitplan für den Ausflug extrem eng gestrickt ist, war es nicht möglich auf die Schnelle ein Pferd nachzusatteln. Es gab 2 Lösungsvorschläge: entweder hätte ein Elternteil von der Kleinfamilie laufen müssen (so war die Buchung von Bord vorgenommen worden: 1 Elternteil reitet mit dem Kind, das andere Elternteil kommt zum Fotografieren mit) oder einer von uns musste das Pony reiten, was eigentlich die Betreuerin hätte reiten sollen - dieses gilt aber als schwierig, schreckhaft und eigentlich nicht für die Touristen geeignet. Da von den Eltern niemand auf den Reitausflug verzichten wollte habe ich mich dann bereit erklärt das schwierige Pony zu reiten. Nachdem wir dann dafür unterschrieben haben, dass der Ausflug auf eigene Gefahr wahrgenommen wird konnte es losgehen.

Übrigens: Reithelme, Stiefel und Regenklamotten inkl. Handschuhe können vor Ort kostenfrei ausgeliehen werden. Und waren bei meinem Ausflug auch in einem sehr guten Zustand und hingen schön geordnet an der Wand.

Da das Anführerpony ja nun von mir geritten wurde, mussten die beiden Betreuer zu Fuß mit laufen. Auch das zeigte wieder, dass der Ausflug für Anfänger ausgelegt ist. Auf Wunsch können die Ponys geführt werden und man geht eigentlich die ganze Zeit im Schritt.

Obwohl wir uns nicht weit von dem Stall entfernt haben war die Landschaft einfach nur toll, der Strand fast weiß und statt Dünen schlossen sich hier an den Strand direkt felsige Hügel mit Kraut und Moos an. Wir kamen sogar zu einer riesen Fläche von Stockfischgestellen, die so hoch waren, dass wir hier mit den Ponys drunter durch reiten konnten.

Etwas später durften dann die, die wollten, noch ein kleines Stückchen tölten bzw. galoppieren. Da ich in meinem Leben noch nie getöltet bin, habe ich dann doch lieber direkt den Galopp gewählt und es war wirklich mal wieder sehr schön und dann auch noch in der Kulisse.

Die Runde ging leider viel zu schnell vorbei, unterm Strich saßen wir gerade Mal eine Stunde auf den Pferderücken. Am Strand gab es dann noch einen kleinen Fotostopp und dann ging es wieder zurück.

Auf dem Rückweg hat sich der Holländer wohl etwas in der Zeit vertan, denn der Weg zurück zum Schiff wurde ganz schön lang und wir im Bus etwas nervös. Die Abfahrtzeit um 22.30 Uhr rückte immer näher und um 22.22 Uhr waren wir immer noch nicht in Sichtweite des Hafens. Nachher ist aber alles gut gegangen und ein schöner Ausflug ging zu Ende.

Unterm Strich muss ich sagen: Für eine Stunde auf dem Pferderücken fand ich den Preis eigentlich zu hoch. Wenn der Preis aber sicherstellt, dass die Pferde in einem guten Zustand gehalten werden bin ich bereit ihn zu zahlen. Besonders da in Norge ja eh alles etwas teurer ist.

Für Ausflügler mit Pferdeerfahrung: Von den Ponys sollte man nicht zu viel erwarten. Sie sind für Anfänger ausgelegt. Sie sind brav, gutmütig und freuen sich über Kuscheleinheiten. Sie laufen brav hintereinander her und sind bequem, aber eine richtige Ausbildung haben sie laut Betreuerin alle nicht.

Für mich war es ein unvergesslicher Bestandteil unseres Urlaubs, die Erfahrung die Landschaft vom Pferderücken zu erleben (auch wenn es nicht tief in die Landschaft hinein ging, sondern wir stets in Häusersichtweite waren und sogar durch einen kleinen Hafen geritten sind) war super und die Tatsache, dass ich seit ca. 9 Jahren das erste Mal wieder per Pferd am Strand war, war alles wert.


ausfluege/9d-pferd.txt · Zuletzt geändert: 23.05.2017 21:37 von jobo | Ihre Anmerkungen |
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