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sonstiges:faq:geldwechsel

Wie und/oder wo kann man Geld wechseln?

Vor jedem Urlaub machen sich Reisende Gedanken über den Geldwechsel. Wo soll ich mein Geld wechseln? Zu Hause oder in Norwegen? In Bar oder mit Plastik? Aufgrund der variablen Tageskurse und Gebühren gibt es leider kein Universalrezept, wie am besten vorzugehen ist. Aber wir können ein paar Hinweise geben.

Referenzkurs kennen

Der tägliche Referenzkurs wird von Norges Bank veröffentlicht (Abschnitt „Valutakurser”). Die Europäsiche Zentralbank veröffentlicht ebenfalls täglich gegen 16:00 Uhr den Euro-Referenzkurs.

Ohne diese Information sollten Sie nicht zum Umtausch schreiten.

Umtausch bei der Hausbank

Wer es bequem mag, dem sei der Geldwechsel bei seiner Bank empfohlen. Der Kurs ist meist etwas schlechter als in Norwegen und es gibt Banken, die zusätzlich noch eine Gebühr kassieren. Dafür bekommt man nach einem Gespräch mit der Bank die fremde Währung bequem nach Hause geschickt, wenn sie in der Filiale nicht verfügbar ist. Außerdem muß man sich nach der Ankunft in Norwegen keine Gedanken machen, wo der nächste Geldautomat ist.

Umtausch in der Wechselstube

In großen Städten oder Orten mit vielen Touristen finden sich meist Wechselstuben. Diese leben von der Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufswert einer Währung. Der Kurs ist dementsprechend meist nicht der Beste. Weitere Gebühren fallen dort aber meist nicht an. Vorteil ist auch die „ruhigere“ Anreise, wenn man schon etwas Bargeld in der Tasche hat.

Umtausch von Bargeld in Norwegen

Den Gedanken, ausreichend Bargeld mitzunehmen und in Norwegen gegen NOK einzutauschen, sollten Sie schnell vergessen. In großen Teilen von Norwegen ist das schlicht nicht mehr oder nur mit hohem Aufwand möglich. In der Finnmark gibt es schon jetzt Orte ohne eine Bankfiliale. Hotels weisen auf den Internetseiten daraufhin, dass sie „cash less“ oder „cash free“ sind. Damit ist hier ein Umtausch nicht möglich.

Reiseschecks

In Norwegen werden für das das Einlösen von Reiseschecks sehr hohe Gebühren verlangt. Daher werden Reiseschecks nur dem empfohlen, der Wert auf Ersatz bei Verlust oder Diebstahl legt.

Abheben am Geldautomaten

In Norwegen angekommen, gibt es eigentlich an jedem Flughafen oder größeren Bahnhof Geldautomaten (Minibank/ATM*). * ATM steht für „automated teller machine“ (automatische Schalterperson)

Außerdem gibt es an vielen Orten, in denen die Hurtigrute anlegt, eine Bank, wo man sich Geld aus dem Geldautomaten holen kann. Die genauen Adressen der Banken in den angelaufenen Häfen finden sich unter „Banken“. Im Rahmen der Hurtigwiki-Überarbeitung werden zukünftig bei den Banken Hinweise aufgenommen, ob sich hier ein Geldautomat befindet.

Aber Achtung: Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete am 18./19. Mai 2019 in dem Beitrag „App statt Øre“, dass es 2017 in Norwegen nur noch rund 1.500 Geldautomaten gab. In Deutschland sind es rund 57.000 Geldautomaten, d.h. 1.450 Einwohner „teilen“ sich einen Geldautomaten. In Norwegen „teilen“ sich rund 3.500 Einwohner einen Geldautomaten. Auf die Fläche bezogen: Auf 6 km² gibt es in Deutschland einen Geldautomaten, in Norwegen auf 256 km².

Die Zahl der Geldautomaten in Norwegen wird sich vermutlich nicht erhöhen. Die Vermutung stützt sich auf zwei Entwicklungen:
1. In den zurückliegenden Jahren hat sich die Anzahl der Banken und der Bankfilialen reduziert, z.B. ist die DNB Bank in der Finnmark nur noch in Alta präsent.
2. Lt. SZ-Bericht erfolgen z. Z. in Norwegen nur noch elf Prozent der Zahlungen mittels Bargeld, 48,3 Prozent sind es zum Vergleich in Deutschland.

Die Stiftung Warentest hat im Heft „Finanztest Juni 2019“, Seite 12, eine Untersuchung mit dem Titel „Geld abheben - Tipps für 29 Länder“ veröffentlicht. Im Internet ist der Beitrag teilweise kostenfrei oder gegen Bezahlung vollständig einsehbar. Für Norwegen beschränkte sich die Untersuchung der Stiftung Warentest auf 7 marktbedeutende Anbieter, deren Namen - leider auch in der kostenpflichtigen Version - nicht alle angegeben wurden.

Drei Kostenfallen beim Geldabheben im Ausland können sich ergeben durch:
1. die Sofortumrechnung (DCC - Dynamic Currency Conversion) der Landeswährung in Euro,
2. Gebühren der Geldautomatenbetreiber,
3. die von Ihrer (Haus)Bank festgelegten Preise für die eingesetzte Karte.

Die Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft - DKB - hat ein Beispiel zur Sofortumrechung (DDC) veröffentlicht.
Die richtige Entscheidung zeigt das Auszahlungsangebot auf der linken Displayseite.

In besagter Untersuchung der Stiftung Warentest ergaben sich für Norwegen bei Ablehnung der Sofortumrechnung (DDC), die aber häufig angeboten wurde, eine Ersparnis von bis zu 6,7 Prozent.
Es wurden bei den 7 untersuchten Automatenbetreibern keine Gebühren festgestellt.

Empfohlen wurden von der Stiftung Warentest die Geldautomaten der DNB Bank, der Dansk Bank und der SpareBank. Von der Nutzung der Geldautomaten, die von Loomis betrieben werden, wurde wegen des schlechten Wechselkurses abgeraten.

Der Rat der Stiftung Warentest:
1. Lehnen Sie am Geldautomaten oder bei Einkäufen die Sofortumrechnung (DCC) in Euro ab.
2. Eine Extra-Automatengebühr wird im Display angezeigt. Unter Umständen sollte ein Geldautomatenbetreiber gesucht werden, der keine - oder eine geringere - Gebühr erhebt.
3. Vor der Reise sollte ein Blick in das Preisverzeichnis der Karten ausgebenden Bank erfolgen.

Abzuklären sind bei der Bank dabei die Kosten beim
- Geldabheben im Euroland (außerhalb von Deutschland),
- Geldabheben in Fremdwährung und
- Bezahlen in Fremdwährung
mittels
a) der Debitkarte (Begriff bis Ende Oktober 2018: Girocard; bis Ende 2007: EC-Karte/AT: Bankomatkarte)
sowie
b) der Kreditkarte.

Bezahlen in Norwegen

In Hotels und Restaurants stoßen Sie immer häufiger auf Hinweise wie „cash less“, „cash free“ oder „no cash“. Selbst einige öffentliche Toiletten in Norwegen können nur bargeldlos betreten werden. Kein Vergleich zu „Sanifair“ in Deutschland, wo sich das Drehkreuz kontaktlos per Karte oder mit Bargeld öffnet.

In Norwegen ist das beste Zahlungsmittel eigentlich die Kreditkarte. Einkäufe können so gut wie überall mit ihr bezahlt werden. Selbst an Kiosken kann das Eis oder der Kaffee oft mit Kreditkarte bezahlt werden. Auch wenn das einem Deutschen etwas albern vorkommt, in Norwegen wird man dafür nicht komisch angesehen. Auch bei solchen Einkäufen sollte die Sofortumrechnung (DCC) abgelehnt werden.

Somit braucht man in Norwegen eigentlich nicht unbedingt viel Bargeld in der Tasche. Auch auf dem Schiff können sämtliche Ausgaben mit der CruiseCard getätigt werden, die dann mit der Kreditkarte abgerechnet werden. Einzelheiten dazu finden sich im Thema Bezahlung an Bord.

Noch ein wichtiger Hinweis: In Norwegen wird es immer wichtiger, die PIN der Kreditkarte im Kopf zu haben, da diese beim Einkaufen immer öfter gebraucht wird. Zum Freischalten der CruiseCard auf den Hurtigrutenschiffen war sie bisher nicht nötig.

Fremdwährungsumsätze, die mit der Kreditkarte und/oder der Debitkarte erfolgen, werden umgerechnet. In der Regel wird zu den Umsätzen ein prozentualer Aufschlag und/oder ein Euro-Betrag addiert. Der prozentuale Aufschlag kann bis zu 2 Prozent betragen. Welcher Umrechnungskurs für die eingesetzte Karte gilt und wie hoch die Aufschläge sind, erfahren Sie aus dem Preisverzeichnis Ihrer (Haus)Bank.

Exkurs:
In der norwegischen Bevölkerung ist das Bezahlen via „vipps“ sehr verbreitet.
Von den gut 5,3 Millionen Einwohnern haben rund 3,2 Millionen die entsprechende App auf ihren Mobiltelefonen installiert. Mit der entsprechenden App ist das bargeldlose Bezahlen per Mobiltelefon vom Konto möglich.
Um diese Bezahlform nutzen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
älter als 15 Jahre,
norwegische nationale Identifikationsnummer,
norwegische Mobilfunknummer,
norwegische Kontonummer und
norwegische Kreditkarte.


sonstiges/faq/geldwechsel.txt · Zuletzt geändert: 14.06.2019 12:14 von manfred | Ihre Anmerkungen |
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