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Inhaltsverzeichnis

Leka


Allgemeine Infos

Karte

Leka ist eine Inselgemeinde im fylke Trøndelag westlich und östlich des Schifffahrtsweges von Rørvik nach Brønnøysund. Das Verwaltungszentrum befindet sich in Leknes auf der Hauptinsel Leka im Westen der Hurtigrute. Die Insel ist durch eine Fähre von Skei über den Lekafjord mit Gutvik auf der Insel Austra im Osten verbunden. Mit ihrer vorgelagerten Insel Madsøya im Lekafjord hat Leka eine Brückenverbindung über den Frøviksund. Haupterwerbszweige der ca.600 Einwohner sind Landwirtschaft, Fischzucht und Tourismus.

Leka ist in geologischer Hinsicht eine besondere Insel und gilt als eine der schönsten Norwegens. Sie besteht im Nordwesten zum größten Teil aus dem Mineral Olivin und dem Naturstein Serpentinit. Diese bilden durch Kontakt mit Sauerstoff eine gelb-rote, je nach Lichtverhältnissen mehr oder weniger intensiv leuchtende Farbe, wie sie sonst nur im Oman, auf Zypern und in Kalifornien zu finden ist. Diese in Norwegen einzigartige Gesteinsart, eigentlich ein Fragment des ursprünglichen, beim Zusammenstoß der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten vor ca. 400 Millionen Jahren emporgedrückten Meeresbodens, hat dazu geführt, dass Leka in einer gemeinsamen Aktion des Rundfunksenders Norsk Rikskringkasting (NRK) und Den Norske Turistforening (DNT) zu Norwegens geologischen Nationalmonument gekürt wurde.

Die höchste Erhebung der Insel ist Vattinden mit 418m im Zentrum. Lekas bekannteste Landmarke ist jedoch der Felsen Lekamøya, eine zu Stein gewordene zentrale Figur der Helgelandsaga um den Vågakallen, Hestmannen, die Sieben Schwestern und den Torghatten.

Geschichte

Leka wurde schon vor über 10.000 Jahren besiedelt, wie mehr als 400 frühgeschichtliche Fundstätten bezeugen. Das bekannteste steinzeitliche Zeugnis sind die 1912 entdeckten, ca. 4000 Jahre alten Höhlenmalereien in Solsemhula, ein auf jeder Seite von zwölf Menschenfiguren flankiertes Sonnenkreuz. Zudem wurden in der Höhle Menschen- und Tierknochen gefunden, darunter auch die ältesten Pferdeknochen in Nordeuropa. Aufgrund der Fundlage wird davon ausgegangen, dass Solsemhula als Kultstätte verwendet wurde. Zum Schutz der Malereien kann die Höhle nur im Rahmen von Führungen besucht werden.

Im Westen von Leka finden sich bei Steinstinden und Mannatinden Überreste von Siedlungstätigkeit aus der Völkerwanderungszeit, die zwischen 400 und 600 n.Chr. datiert worden sind, die z.T. auch als Verteidigungsanlagen gedeutet werden.

Während der Eisen- und Wikingerzeit war Leka das Machtzentrum an Namdalskysten. Davon zeugt der um 870 n.Chr. errichtete Grabhügel Herlaugshaugen am Fährhafen Skei. Mit einem Durchmesser von 70-80 m und einer ursprünglichen Höhe von ca. 12 m handelt es sich um das größte wikingerzeitliche Schiffsgrab und den zweitrößten Grabhügel überhaupt in Norwegen. Seit mehreren Ausgrabungen zwischen 1740 und 1855 ist Herlaugshaugen nunmehr nur noch 8-9 m hoch und sieht „angebissen“ aus. Bei den Ausgrabungen wurden u.a. zwei Skelette, Reste von Haustieren, Schmuck, Waffen und Haushaltsgegenstände gefunden. Ebenso deuten die Funde darauf hin, dass sich noch die Reste eines großen Wikingerschiffs in Herlaugshaugen befinden, was jedoch zukünftige Grabungen noch beweisen müssen. Seit 1981 finden auf Leka jährlich die Herlaugstage statt, in deren Zentrum ein von Trygve Hoff und Terje Adde verfasstes Herlaugsschauspiel steht. Herlaugshaugen ist auch die Millenniumsstätte von Leka kommune.

Leka ist im Laufe seiner Geschichte wiederholt der Schauplatz von Schiffbrüchen gewesen. So soll der zwischen 1520 und 1530 in Holland gefertigte Altarschrank, der sich heute in der 1867 errichteten Inselkirche befindet, der Gemeinde von einer holländischen Schiffsbesatzung als Dank für ihre Rettung aus Seenot geschenkt worden sein. Der bekannteste Schiffbruch in den Gewässern um Leka war der Verlust des französischen Kaperschiffs L'ENFANT DE LA PATRIE am 16. Februar 1798 ca. 1,5 sm nördlich von Nord-Gutvik. Die 230-köpfige Mannschaft konnte sich an Land retten und startete einen 300 km langen Fußmarsch nach Trondheim, für den sie 15 Tage benötigte. Vor dem Inselmuseum stehen zwei geborgene Kanonen von der L'ENFANT DE LA PATRIE.

Eine bekannte Geschichte kennt jeder Einwohner auf Leka: Die Entführung der dreijährigen Svanhild durch einen Seeadler in seinen Horst auf einem Felsvorsprung im Hagafjell am 05. Juni 1932. Das Mädchen konnte wohlbehalten gefunden werden und hatte lediglich Anzeichen der Adlerkrallen an ihrem Kleid. Über diese Geschichte hat Steinar Hunnestad ein Buch verfasst, Knut Vadseth und Skule Eriksen haben die Episode verfilmt. Aber ob sie stimmt? Immer wieder wurde versucht, die Geschichte zu widerlegen, jedoch ist dies bis heute nicht gelungen! So waren ca. 200 Einwohner Lekas an der Suchaktion nach Svanhild beteiligt, der Felsen, auf dem sich der Adlerhorst befand, ist so steil, dass er für Dreijährige nicht kletterbar ist, und man weiß, dass Adler recht große Lämmer als Beute mitnehmen, die in etwa Svanhilds Gewicht von 19 kg aufweisen.

Bilder


strecke/rorvik-bronnoysund/leka.txt · Zuletzt geändert: 30.11.2018 10:21 von jobo | Ihre Anmerkungen |
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